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Gentechnik:

   Forscher machen Fortpflanzung ohne Blüten möglich

   (Meldung vom 7.7.1998)

   Amerikanische Gentechniker haben bei Pflanzen das Gen mit
   der Bezeichnung LEC1 manipuliert, das offenbar die Bildung
   von Samen anregt. Die Folge: Embryonales Gewebe, aus dem
   sich normalerweise Samen bilden, wuchs auf den Blättern der
   Pflanzen. Manchmal entwickelte sich sogar Wurzeln, obwohl es
   noch mit den Blättern verbunden war.
   John Harada und seine Kollegen von der Universität
   Kalifornien in Berkley und Los Angeles gelang dieses
   Kunststück, von dem sie in der neuen Ausgabe des Fachblattes
   "Cell" berichten.
   Die Forscher sehen mehrere mögliche Anwendungen für ihre
   Entdeckung. So könnten geschickt manipulierte Maispflanzen
   bereits auf ihren Blättern Samengewebe entwickeln, aus dem
   man dann Maisöl gewinnen könnte, ohne lange die Bildung von
   Maiskolben abwarten zu müssen. Vielleicht könnte mit
   manipulierten LEC1-Genen auch ein neuer Weg der
   Fortpflanzung beschritten werden: Manche hochgezüchteten
   Pflanzen geben nämlich einige ihrer begehrten Qualitäten
   nicht zuverlässig an die nächste Generation weiter.
   Möglicherweise ist es daher effektiver, sie mit Hilfe von
   embryonalem Gewebe zu klonen.
   "Die Ergebnisse dieser Studie waren vielversprechend, sie
   sind jedoch technisch schwierig umzusetzen", erklärt Harada.
   In der Tat: Die Forscher hatten nämlich 7000 genmanipulierte
   Samen eingepflanzt. Daraus bildeten sich 40 Keimlinge, von
   denen später lediglich zwei das embryonale Gewebe auf den
   Blättern ausbildeten.

   [Quelle: Andreas Wawrzinek, Cell]

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