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Textarchiv Schulgarten
Hans Studerus Manchmal beobachtet man Kinder. die beim Umgraben im Schulgarten Würmer oder anderes Kleingetier plagen. Verbales Zurechtweisen hilft nur im Moment. Was kann man tun, damit Schüler lernen, achtsam auch mit kleinen. hilflosen Wesen umzugehen, z.B. mit dem allbekannten Regenwurm? Im Schulzimmer schildert man den Kindern möglichst umfassend, oder ausführlich an einem Detail, das Leben dieses Tieres. Erstaunliches gibt es da zu berichten. Liebe Kinder, wisst ihr dass ein Wurm Röhren bis 8 m tief ins Erdreich bohren kann dass Würmer nur abgestorbene Pflanzenteile fressen dass ein Quadratmeter Erde Ganglängen bis zu einem Kilometer enthalten kann dass das Gangvolumen in 1 m/3 ca. 10 Liter (Luft und Wasser) beträgt dass in 1 m/3 Erde bis zu 400 Würmer leben dass in einer Hektare ca. 3 t Würmer sind dass diese in einem Jahr 500 - 1000 t Wurmkot (fruchtbare Erde) produzieren dass im Wurmkot alle wichtigen Düngerstoffe enthalten sind dass Würmer innerhalb von 10 Jahren die Erde bis zu 1 m Tiefe umarbeiten dass Wurmkot um ein vielfaches reicher an Düngerstoffen ist als die ihn umgebende Erde dass pro Hektare über 220 kg Stickstoff durch Würmer erzeugt werden können dass ein Regenwurm pro Tag Kot von der Menge seines halben Körpergewichtes produziert dass Regenwürmer Zwitter sind dass ein Wurm im Jahr bis zu 500 Nachkommen hat dass nur wenige Menschen jemals das Maul eines Wurmes gesehen haben dass der Kot des Wurmes gut riecht dass der Wurm ein Herz hat dass Wurzeln gerne in Wurmröhren wachsen dass der Regenwurm (zusammengeringelt) eine kurze Sommer- und Winterruhe macht Diese Schilderungen sollen natürlich im Erzählstil geschehen. Nun zeigt man den Schülern anhand von Bildern oder echten Exemplaren die drei uns bekannteren Wurmarten. Tauwurmn (Lumbricus terrestris) Dieser Wurm kann bis 30 cm lang und bis 21 g schwer werden, er kommt aber nur nachts an die Oberfläche und hinterlässt dann die bekannten Wurmkothäufchen. Dieser, bei uns grösste Wurm, ist am Vorderteil etwas rötlich. Er bohrt sich am tiefsten in die Erde, in der Regel 3 - 4 m. Gemeiner Regenwurm (Allolobophora caliginosa) Wegen seiner leicht gräulichen Farbe wird er auch Grauwurm genannt. Er kommt nie freiwillig an die Erdoberfläche und arbeitet im Wurzelbereich die Erde regelrecht um. Kompostwurm (Eisenia foetida) Dieser etwas kleinere, auffällig getigerte Wurm liebt die wärmere Erde, bis 25 Grad C ist er gerne tätig; daher findet man ihn leicht unter einer Mulchschicht und oder im Komposthaufen. Man geht vor allem auf die Unterschiede dieser drei Wurmarten ein und wo sie gerne leben -auch an den lateinischen Namen haben die Schüler Freude. Das Innere eines Wurmes -vergrössert an die Wandtafel gezeichnet -wird besprochen. vor allem der Weg des aufgenommenen Futters, die Verdauung und die Ausscheidung. Nun bekommen je 2 Schüler eine Grabgabel (mit der Grabschaufel würde man die Würmer verletzen) und einen Kübel. Die Aufgabe ist jetzt, an bestimmten Stellen im Schulgarten je 15 Würmer auszugraben und diese ins Schulzimmer zu bringen. Durch eine solche Unterrichtsstunde soll es gelingen. dass die Schüler eine neue. tiefere Beziehung zu einem Lebensgebiet entdecken und dass aus dem geweckten Interesse eine Lernfreude, sogar Lebensfreude, entsteht. Literaturliste Regenwurm: BÄCHTHOLD-STÄUBLI, H. BIERI, M. & CUENDET, G. BUCH, W. DARWIN, C. FÜGLISTER, K. GRAFF 0. GRAFF 0. HÄBERLI, R., LÜSCHER, C., PRAPLAN CHASTONAY, B. & WYSS C.: HANSCHE, K. KAPPELER, M. &, HALDER, U. LEE, K. E. MEINHARDT, U. PETERS W. & WALLDORF V. PFIFFNER, L. REUTIMANN, P. & GLASSTETTER, M. STUCKI, P., TURRIAN, F. SULZBERGER. R. THIELEMANN, U. WITT, R. : |
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