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Hermann Schultka ( Gartenbaulehrer ) Schädlingsregulierung mit Nützlingen und biologischen Pflanzenextrakten im Schulgarten der Freien Waldorfschule Cottbus Ein Schulgarten, indem Insektizide, Fungizide und andere chemische Bekämpfungsmittel nicht zur Anwendung kommen, ist eine solide Grundlage für ein gesundes Kleinbiotop. Unser Schulgarten grenzt an eine Kleingartenanlage und eine kleinen Graben, sodaß eine Ansiedlung verschiedener Tiere schon vorprogrammiert ist. Wir übernahmen den Garten vor einigen Jahren völlig verwahrlost. Auf dem heutigen Gartengelände befand sich vor 1990 ein Schulgarten. Gartenbauunterricht war in der damaligen DDR in der Unterstufe ein Pflichtfach. Nach Urbarmachung und Umgestaltung der Ödlandfläche entstand nach Jahren ein neuer Schulgarten. So finden wir heute im Garten Spitzmäuse und Igel als Vertilger von Schadlarven. Das Anbringen von Nistkästen führte zur Ansiedlung von verschiedenen Singvögeln, wie Kohlmeisen, Blaumeisen, Tannenmeisen, Grünfinken Staren und Amseln. Wintergäste, wie Dompfaff und Seidenschwanz besuchen uns fast in jedem Jahr. Einfache, aus Ton gefertigte Vogeltränken werden von der Vögeln im Sommer gern angenommen. Im Garten befinden sich Nistkästen für Stare und Meisenvögel. Schüler und Schülerinnen der Klassen 6 und 7 legten mit Freuden mehrere kleine Tümpel an. Diese bilden ein Domizil für Kröten und Frösche. Ihre Bedeutung als Insektenvertilger ist uns hinreichend bekannt. Verschiedene Wasserinsekten, Libellenarten, Wasserläufer sowie Wasserkäfer haben an den Wasserstellen eine neue Heimat gefunden. Ein Insektenhotel bietet Lebensraum für verschiedene Wildbienen und folgerichtig für sich ansiedelnde Schlupfwespenarten. Ohrwurmhäuschen vervollständigen unsere Insektenwohnungen. Wir unterstützen das biologische Gleichgewicht durch das Aussetzen und Ansiedlung von Marienkäfern und Florfliegen sowie anderer Nützlinge. Bei starkem Blattlausbefall setzen wir zusätzlich pflanzliche insektizid wirkende Spritzbrühen ein. Nützling Schädling Marienkäfer und ihre Larven Blattläuse Florfliegen Blattläuse Raubmilben Spinnmilben Raubwanzen Thrips Schlupfwespen Weiße Fliege Der Einsatz von Nützlingen setzt allerdings Sachkenntnisse zur Biologie und der Schädlinge voraus. Der Erfolg wird langsam sichtbar. Biologisches Verständnis und Geduld gepaart mit ein wenig Risikobereitschaft sind Voraussetzung. Auf den Gebrauch von chemischen Bekämpfungsmitteln muß unbedingt verzichtet werden. Kräuterzubereitungen Brennesseljauche Stärkt die Abwehrbereitschaft der Pflanzen. Rainfarn - Tee - Brühe dezimiert Milben, Blattläuse und Mehltau Tomaten - Krautauszug wirkt gegen Kohlweißlingraupen Rapsöl verhindert die Vermehrung von Schildläusen Spiritus - Seifenlösung Auszug aus der Insekten- dezimiert Blattläuse und weiße Fliegen pulverpflanze Tagetes pflanzen wir in Mischkulturen und mindern damit den Befall von Wurzelnematoden.
Durch Öffentlichkeitsarbeit beziehen wir die hier ansässigen älteren Kleingärtner in unsere Arbeit mit ein. Gerade der Kontakt, das Gespräch mit den alten Menschen ist für die Schülerinnen und Schüler eine Bereicherung. Sicher entsteht da ein Miteinander. Kleine, jährlich durchgeführte Seminare, organisiert durch unsere Schule mit dem städtischem Umweltamt Cottbus sowie dem Pädagogischem Zentrum Natur und Umwelt, verbessern unsere Arbeit. Die Unterstützung unserer Projektarbeit durch die Umweltstiftung WWF Deutschland in Potsdam stellt eine große Hilfe dar.
Wir konnten hier nur einen kleinen Einblick zu den Möglichkeiten zur Schädlingsregulierung geben. Für jeden Hinweis sind wir dankbar. Rezepturen können alle Interessenten per Mail h@proinsect.de oder über unsere Schuladresse bekommen. Freie Waldorfschule Cottbus Leipziger Strasse 14 D-03048 Cottbus Zusammengestellt im Januar 2003
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