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Hans E. Schumacher,     Buchenweg 42,    D 63452 HANAU,    Tel.-Fax: 06181-17654

Abbau der Schwermetalle in pflanzlichen Produkten durch Bodenmedizin

Seit vielen Jahren beobachten wir die Zunahme von Schwermetallen, besonders Blei, Cadmium und Quecksilber in den pflanzlichen Produkten. Besonders betroffen sind davon Blattsalate und Blattgemüse, aber auch einige Wurzelgemüse wie z.B. Rote Beete, haben gelegentlich sehr hohe Schwermetallgehalte. Da Schwermetalle im menschlichen Körper angereichert werden, erscheint es dringend notwendig, die Schwermetallgehalte in den Nahrungspflanzen zu senken, beziehungsweise auf das in der Natur vorgegebene Maß zurückzuführen.

Der wissenschaftliche Versuch einer Bodenentseuchung ist bisher mit großem Aufwand und relativ hohen Kosten nur im Labormaßstab gelungen. Behördlicherseits hat man sich damit beholfen, die entsprechenden erlaubten Grenzwerte von zunächst 5 mg/kg Ts (Trockensubstanz) im Endiviensalat (derzeitige Meßpflanze), in einigen Gegenden bis  auf   50 mg/kg Ts  heraufzusetzen, weil z.B. im Raum Aachen sonst kein Gemüseanbau mehr möglich wäre.

Seit 1979 versuche ich, über das Bodenleben die Schwermetalle im Boden festzulegen oder zu mineralisieren, so daß sie aus der löslichen Phase herauskommen und nicht mehr mit dem Wasser von den Pflanzen aufgenommen werden müssen.

Der gedankliche Ansatz war folgender:
In der homöopathischen Human - und Veterinärmedizin  wird bei Schwermetallvergiftungen durch Gaben von Schwermetallpräparaten in der Potenzierung C30 erfolgreich entgegengewirkt. Nach einer Quecksilbervergiftung von Zuchttauben, welche Quecksilber gebeizten Weizen (Saatgut) gefressen hatten und die mit Qu. C30 erfolgreich behandelt worden waren, hat man den Mist gesammelt und untersucht. Er enthielt über 2400 mg Qu. /kg. Auf diesem Mist, welcher separat im Hof gelagert war, wuchs ein Kürbis, welcher nur 0,5 mg Qu./kg Ts enthielt, während die in der Umgebung angebauten Kürbisfrüchte auf 10-12 mg Qu./kg Ts kamen. In der dortigen Gegend enthielt die obere Bodenschicht 42 mg Qu./kg. Es stellte sich die Frage, warum der Kürbis auf dem hoch mit Qu. belasteten Mist einen Qu. Wert hatte, als wäre er auf einem unbelasteten Boden gewachsen.
Die Antwort konnte nur sein, daß das Schwermetall bei der durch das homöopathische Medikament eingeleiteten Entgiftung und dem Durchgang durch den tierischen Körper  in einer Weise eine Verbindung eingegangen ist, bei der es gebunden und sozusagen mineralisiert werden konnte, so daß es aus der flüssigen Phase herauskam. So war die Pflanze nicht mehr gezwungen, die Schwermetalle mit dem Wasser aufzunehmen.
Die Frage ist: Wie ist es auf großen Flächen möglich, das tierische Bodenleben dazu zu bringen, die im Boden enthaltenen Schwermetalle so festzulegen oder zu mineralisieren, daß sie aus der löslichen Phase herauskommen; bzw.: Sind die niederen Bodenlebewesen (Regenwürmer, Springschwänze, Asseln, usw.) überhaupt in der Lage, ähnliches zu vollbringen wie Vögel oder Säugetiere?
 
 
 
 
 

Im Schulgarten der Waldorfschule Frankfurt, mit einer Größe von einem viertel Hektar haben wir im Boden 986 mg Pb./kg (die Mischprobe wurde aus den oberen 10 cm entnommen); im dort angebauten Endiviensalat hatten wir vor einer Behandlung 12,5 mg Pb./kg Ts.

Hieraus ergab sich folgende Versuchsanordnung:
Neben einer unbehandelten Fläche wurde zusammen mit den bio-dyn. Spritzpräparaten Hornmist und Hornkiesel Pb. in der Potenzierung C30 ausgebracht. In Bezug zum Bodenleben sind wir von 72 Tropfen (Globuli) /ha ausgegangen. Dieses bedeutete für ¼ ha = 18 Tropfen. Diese wurden zusammen mit den Präparaten gerührt und ausgebracht. So kamen auf die Fläche von ¼ ha bei 5 Spritzungen 90 Tropfen Pb. C30 im Jahr.
Die Pb. Gehalte im Endiviensalat gingen im 1. Jahr auf  7 mg/kg Ts, im 2. Jahr auf 2 mg/kg TS zurück und lagen ab dem 3. Jahr konstant bei 0,8-1,0 mg/kg Ts, obwohl der Pb.- Gehalt im Boden noch geringfügig auf  992 mg/kg angestiegen war. Ab dem 4. Jahr wurde kein Pb. C30 mehr ausgebracht, der Wert im Endiviensalat blieb jedoch weiterhin bei 0,8-1 mg/kg Ts. Nach 8 Jahren wurden die Versuche eingestellt.

Da die Nullparzelle in der Insellage zu klein war, so daß dort die Werte im Endiviensalat auch zurückgingen, wurden die Vergleichsuntersuchungen mit Salat aus einem Nachbargarten durchgeführt, welcher nach den Richtlinien des organisch- biologischen Landbaues bestellt wird. Diese Salate hatten in den 8 Versuchsjahren immer einen Gehalt von 12 - 14,6 mg Pb./kg Ts.

Bei gleich gelagerten Versuchen auf einem Gärtnerhof in Vlotho/Weser (Pb. im Boden 327 mg/kg,   Pb. im Salat 3,6 mg/kg Ts) und einer Erwerbsgärtnerei in Aachen (Pb. im Boden 2356 mg/kg, Pb. im Salat 27,6 mg/kg Ts) gingen die Bleiwerte nach der Behandlung mit Pb. C30 innerhalb von längstens 4 Jahren auf Werte um 1 mg/kg Ts zurück.

Diese Versuchsergebnisse sind bisher nicht wissenschaftlich signifikant, zeigen aber eindeutig eine Richtung, in welcher weitere Forschungen sinnvoll erscheinen.

Leider konnte der biologisch-dynamische Forschungsring seinerzeit nicht zur Weiterführung der Versuche gewonnen werden. Da Schwermetalle in der Nahrungskette besonders bei Kleinkindern zu großen, oft nicht erkannten Schädigungen führen können, sollte eine Möglichkeit gefunden werden, diese Versuche auf einer breiteren Basis zu  wiederholen, auch wenn die Homöopathie in der Humanmedizin noch nicht allgemein anerkannt ist.

Bei einem Hochwasser sind 1994 alle meine Aufzeichnungen, Untersuchungsergebnisse etc. bis auf eine kurze Zusammenfassung  vernichtet worden, so daß diesbezüglich ein Neuanfang gemacht werden muß.
Selbstverständlich bin ich jederzeit bereit, im Rahmen meiner Möglichkeiten, diese Arbeit neu aufzugreifen und jedwedes Interesse auf diesem Gebiet zu unterstützen.

Hans E. Schumacher
Hanau, im November 1997